Scheinschwangerschaft bei Kaninchen

Scheinschwangerschaft beim weiblichen Kaninchen

Manche Kaninchenweibchen neigen im Frühjahr und/oder im Zusammenleben mit einem Kastraten zu Scheinschwangerschaften. Dabei kommt es zu Anzeichen, die einer normalen Trächtigkeit ähneln, wie zum Beispiel Aggressivität, Vertreiben von Futter- und Schlafplätzen, Unverträglichkeit gegenüber anderen Kaninchenweibchen oder Nestbau. Bei manchen Kaninchen schwellen auch die Zitzen an und sondern Milch ab. Andere Kaninchen wiederum zeigen nur leichte Anzeichen. Eine Scheinschwangerschaft dauert meist zwischen 14 und 18 Tagen und ist, sofern sie nicht häufiger als 1-2x pro Jahr auftritt, nicht weiter bedenklich. Es reicht dann in der Regel aus, der Häsin Ruhe zu gönnen und sie hochwertig zu füttern. Auch beruhigende Kräuter können helfen.

Bei häufigeren und/oder länger andauernden Scheinschwangerschaften ist eine Behandlung jedoch notwendig, da die Scheinschwangerschaft mit einem großen Stress für das Kaninchenpaar sowie mit dem Risiko von Gebärmuttervereiterung, Gebärmutterkrebs, Eileiterentzündungen und anderen Erkrankungen verbunden ist.

Eine Behandlung mit Hormonen (Gestagen, HCG) ist in diesem Zusammenhang möglich, muss jedoch oft regelmäßig wiederholt werden. Da die Gabe dieser Hormone nicht frei von Nebenwirkungen ist, kann im Fall von häufigen und andauernden Scheinschwangerschaften letzten Endes auch eine Kastration sinnvoll sein.