Durchfall und Verstopfung bei Kaninchen
Unterstützende Maßnahmen bei Durchfall und Verstopfung
Durchfall und Verstopfung kommen bei Kaninchen relativ häufig vor und sind oft Folgen falscher Ernährung. Tritt ein solcher Fall auf, können Sie Ihre Tiere auf verschiedene Arten unterstützen. Allerdings gehören Kaninchen mit Durchfall oder Verstopfung umgehend in tierärztliche Behandlung, um die Ursache abzuklären und entsprechend reagieren zu können. Unbehandelt kann sowohl Durchfall als auch Verstopfung bei Kaninchen zum Tod führen.
Durchfall
Gründe
Durchfall kann
durch verschiedene Faktoren begünstigt werden, die Ursache findet
sich jedoch meist in der Ernährung. So kann eine zu schnelle
Futterumstellung, die Gabe von ungeeignetem, gespritztem oder
ungewaschenem Futter zu Durchfällen führen. Darüber hinaus können
bakterielle Infektionen, Darmparasiten (z. B. Kokzidien, Giardien und
Spulwärmer) und Hefepilze Ursache von Durchfällen sein. Das Fressen von
Fremdkörpern und Giftstoffen sowie diverse andere Erkrankungen können
ebenfalls mit Durchfall einhergehen.
In jedem Fall ist es
notwendig innerhalb von 24 Stunden den Tierarzt aufzusuchen, um die
Ursache abklären zu lassen und entsprechend handeln zu können.
Unterstützende Behandlung
Ist
die Ursache für den Durchfall geklärt, kann die Behandlung dessen
unterstützt werden. So sollte bei Durchfällen aufgrund falscher
Fütterung der Frischfutteranteil reduziert und Trockenfutter komplett
oder zumindest zum größten Teil vom Speiseplan gestrichen werden. Geben
Sie über fünf bis sechs Tage erst einmal nur Grünfutter und Heu sowie
Trockenkräuter und beginnen Sie dann erst wieder mit frischem Gemüse,
wie Fenchel oder Wurzelgemüse. Auf stark wasserhaltiges Frischfutter,
wie zum Beispiel Gurken, sollte verzichtet werden, so lange die
Durchfälle andauern.
Im Fall von Infektionen darf das
Frischfutter nicht reduziert werden, sondern es muss sichergestellt
werden, dass das Kaninchen frisst (was auch immer). Auch hier sollte
man auf gut verträgliches Gemüse achten, wie zum Beispiel Fenchel in
kleinen Stücken, geriebene Äpfel und Karotten oder auch Apfel- und
Karottenbrei für Kleinkinder (bei Hefepilzen dürfen keine Äpfel und
Karotten gegeben werden).
Darüber hinaus muss dem
erkrankten Kaninchen, sofern es nicht von selbst trinkt, Wasser
(vermischt mit ca. 1/4 TL Traubenzucker am Tag) oder auch Kamillen- und
Fencheltee mittels einer Pipette oder Spritze eingeflößt werden.
Besteht die Gefahr der Austrocknung ist die sofortige Konsultation
eines Tierarztes notwendig (Hautfaltentest: bleibt Hautfalte stehen,
sofort zum Tierarzt).Daneben sollten Sie den After des Tieres
regelmäßig reinigen.
Verstopfung
Bleibt der Kotabsatz aus oder setzt das Kaninchen nur kleine, harte bzw. selten große Köttel ab, kann man von einer Verstopfung ausgehen. Weitere Anzeichen sind zum Beispiel ein harter, tastbarer Magen bei weichem Bauch (kann bei länger anhaltenden Verstopfungen auch hart werden) und teilnahmsloses Verhalten des Tieres. Kaninchen mit Verstopfung nehmen oft keine Nahrung mehr auf und sitzen aufgeplustert mit gekrümmtem Rücken im Gehege. Häufig versuchen sie auch mit gekrümmten Rücken Kot abzusetzen.Gründe für Verstopfung
In den meisten Fällen liegt einer Verstopfung Fehlernährung zu Grunde, so zum Beispiel die Fütterung von Trockenfutter und Pellets ohne oder mit nur wenig Wasser. Aber auch das Fressen von Fremdkörpern (Einstreupellets, Katzenstreu, Plastik, Wachs etc.) kann zu Verstopfung führen. Dazu kommen Haarballen bei langhaarigen Tieren und/oder im Fellwechsel, Bewegungsmangel, Übergewicht, Aufblähung, Hefepilze oder selten auch Tumore und Darmverschlingungen.
In jedem Fall ist im Falle einer Verstopfung ein sofortiger Tierarztbesuch anzuraten, um die Ursache zu klären und die Behandlung einzuleiten. Eine länger andauernde Verstopfung kann tödlich sein!
Unterstützende Behandlung
Nach dem Besuch beim Tierarzt können in Absprache mit diesem verschiedene unterstützende Behandlungen eingeleitet werden. So ist es von großer Bedeutung, dass das Kaninchen ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser oder Kamillentee zu sich nimmt (notfalls einflößen). Auch Öl, Mittel gegen Aufgasungen und Schmerzmittel können notwendig sein. Hier wird Sie Ihr Tierarzt jedoch sicherlich entsprechend beraten. Während die Verstopfung anhält, sollte nicht zusätzlich gepäppelt werden, allerdings kann dies bei länger anhaltender Verstopfung in geringem Maße notwendig sein.
Hat sich die Verstopfung gelöst kann langsam wieder angefüttert werden. Geben Sie viel Heu und verteilen Sie das Frischfutter auf viele kleine Portionen (am besten mit Fenchel und gut verträglichen Kräutern, wie z. B. Basilikum oder Dill) beginnen. Nach einer Woche kann wieder normal gefüttert werden.
Vorbeugung
Eine gesunde, trockenfutterfreie Ernährung ist eine hervorragende Basis, um Verstopfungen zu vermeiden. Langhaarige Tiere sollten regelmäßig gekämmt werden, kurzhaarige Tiere auf jeden Fall im Fellwechsel, um die Bildung von Haarballen zu vermeiden. Auch die vermehrte Gabe von wasserhaltigem Futter (z. B. Gurken) kann bei Tieren, die zu Verstopfung neigen, hilfreich sein.
Nach einer Durchfallerkrankung oder Verstopfung kann es notwendig sein, die Darmflora wieder aufzubauen. Dies kann zum Beispiel mit Omniflora N geschehen. Besprechen Sie dies jedoch im Fall des Falles mit Ihrem Tierarzt.